FLESH – Jarmo Mäkilä
01. Mai 2026 – 18. Juli 2026
Galeriebereich im ErdgeschossBesichtigungen und Führungen sind jeden Samstag zwischen 12:00 und 18:00 Uhr möglich.
The Inner Landscapes of Jarmo Mäkilä
„Ein Gemälde ist nicht das, was man sieht, sondern das, was es in einem hervorruft und was dahinter liegt. In gewisser Weise lebt ein Mensch zwei Leben: ein äußeres und ein inneres. Das eine ist verborgen, das andere sichtbar. Ich versuche, dieses verborgene Leben zu erfassen.“
– Jarmo Mäkilä
Die Gemälde von Jarmo Mäkilä (geb. 1952) sind innere Landschaften. Sie befinden sich materiell in zeitlosen Zwischenräumen, an den Grenzen zwischen dem Inneren und dem Äußeren oder zwischen dem Realen und dem Imaginären.
Obwohl Mäkiläs Bildsprache realistisch, ja sogar sehr detailreich ist, sind die von ihm dargestellten Ereignisse weit von der Alltagsrealität entfernt. Seine Gemälde sind metaphorische Welten, die alle Aspekte seiner Identität und seiner Erinnerungen – vom kleinen Kind bis zur Schwelle zum Erwachsenenalter – sowie alle alternativen Gegenwarten und möglichen Zukünfte enthalten.
Jarmo Mäkilä ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der finnischen bildenden Kunst. Er ist ein eigenständiger Wegbereiter, der in den 1970er Jahren seinen Durchbruch feierte und in den 1980er Jahren an die Spitze der finnischen Postmoderne aufstieg. In den letzten Jahrzehnten hat er sich zunächst mit seiner Kindheit und Jugend auseinandergesetzt und später damit, was es bedeutet, ein Mann zu sein. Er tat dies auf eine Weise, bei der sich die subjektiven Erfahrungen des Einzelnen zu etwas allgemein Erkennbarem ausweiten.
Der Übergang vom Privaten zum Gemeinsamen ist auch in Mäkiläs Ausstellung FLESH präsent. Gleichzeitig nähert er sich dem Thema Männlichkeit aus einer für ihn neuen Perspektive
Die Filme Sleep (1964) und Flesh (1968) von Andy Warhol, die Mäkilä in seiner Jugend sah, hinterließen in seinem Geist die Erfahrung eines stillen, fast gnadenlosen Zustands des Betrachtens. In diesem Zustand richtet sich der Blick nach innen: Der Betrachter wird zum Beobachter, und der Beobachter wird zum Erlebenden. Aus diesem Zustand heraus malt Mäkilä. Der Betrachter ist eingeladen, zu schauen, zu erleben und den Menschen wiederzuentdecken.
Timo Valjakka






